Tannenallee in Norderstedt: der Ausbau als Shared Space

Die Tannenallee in Harksheide ist eine ruhige Wohnstraße von 615 Metern Länge – und ein Beispiel dafür, wie in Norderstedt Straßen umgebaut werden: nach dem Prinzip „Shared Space“, und mit Beteiligung der Anwohner an den Kosten. Diese Seite fasst zusammen, worum es ging, was es kostet und wie der Stand ist.

Aktueller Stand

Im Baustellenregister der Stadt Norderstedt ist die Tannenallee derzeit nicht mehr aufgeführt. Die zuletzt verzeichneten Arbeiten – Leitungsarbeiten im Frühjahr 2026 und eine Lagerfläche am Kiefernweg – waren bis Mitte 2026 terminiert. Eine ausdrückliche Fertigstellungsmeldung der Stadt liegt uns nicht vor; wer Genaues wissen will, fragt beim Fachbereich Verkehrsflächen nach (Telefon 040 535 95-0).

Warum die Straße ausgebaut wurde

Die Tannenallee hatte erheblichen Sanierungsbedarf: Risse und Schlaglöcher in der Fahrbahn, unbefestigte Nebenflächen, eine mangelhafte Entwässerung. Dazu kommt eine Besonderheit, die in Norderstedt viele Straßen betrifft: Die Tannenallee galt nie als offiziell ausgebaut. Solche Straßen wurden vor Jahrzehnten angelegt, ohne den heutigen baurechtlichen Anforderungen zu entsprechen. Für die Anlieger hat das Folgen – dazu unten mehr.

Was „Shared Space“ bedeutet

Beim Shared Space wird auf die übliche Trennung verzichtet: kein eigener Gehweg, kein Radstreifen, keine Bordsteinkante – stattdessen eine gemeinsam genutzte Fläche für alle. Die Idee dahinter ist nicht Chaos, sondern Vorsicht: Wo niemand einen für sich reservierten Bereich hat, fahren Autofahrer langsamer und achten stärker auf andere.

  • Geeignet für Wohnstraßen mit wenig Durchgangsverkehr – wie die Tannenallee
  • Umstritten bei Menschen mit Sehbehinderung, denen die Bordsteinkante als Orientierung fehlt
  • Nebeneffekt: Die Fläche wirkt breiter und lässt sich leichter begrünen

Zur Auswahl standen mehrere Varianten. Die Mehrheit der Anwohner sprach sich für die Shared-Space-Variante mit Grünflächen aus; die endgültige Entscheidung traf anschließend der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr.

Was es kostet

Die Gesamtkosten des Ausbaus lagen bei rund 1,42 Millionen Euro. Weil die Straße nicht als ausgebaut galt, werden die Anlieger beteiligt:

Betrag
Anliegerbeitrag2,90 € bis 3,30 € pro Quadratmeter Bauland, je nach gewählter Variante
Gesamtkosten des Projektsrund 1,42 Millionen Euro

Für ein Grundstück von 600 Quadratmetern ergibt das überschlägig zwischen 1.740 € und 1.980 €. Maßgeblich ist der Bescheid der Stadt – diese Angaben stammen aus der Berichterstattung zur Planungsphase und können sich in der Abrechnung unterscheiden.

Was Anlieger daraus lernen können

Der Fall Tannenallee ist kein Einzelfall. In Norderstedt gibt es weitere Straßen, die nie förmlich ausgebaut wurden – bei deren Sanierung also ebenfalls Anliegerbeiträge anfallen können. Wer ein Grundstück an einer solchen Straße besitzt, sollte zwei Dinge im Blick behalten: die Bauprogramme der Stadt und die Sitzungen des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr, in denen die Varianten beschlossen werden. Beides ist im Bürgerinformationssystem der Stadt öffentlich einsehbar.

Aktuelle Baustellen in Norderstedt

Wer wissen will, wo gerade gebaut wird, findet die amtliche Liste unter Baustellen-Informationen der Stadt Norderstedt. Dort stehen Sperrungen mit Zeitraum und Grund. Weitere Themen rund um Straßen und Anbindung sammelt die Rubrik Verkehr & Anreise.

Zu den Angaben auf dieser Seite

Stand Oktober 2026. Die Angaben zu Planung, Kosten und Varianten beruhen auf der lokalen Berichterstattung und den Unterlagen der Stadt aus der Planungsphase; der Baustand auf dem Baustellenregister der Stadt. Für verbindliche Auskünfte – besonders zu Anliegerbeiträgen – ist die Stadt Norderstedt zuständig.

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